Irgendwann hilft weder Schokolade, noch Kartoffelpüree mit Erbsen, noch Weinen, noch im Bett verkriechen. Manchmal hilft einfach nichts mehr, nicht die kleinste Kleinigkeit.
Gebi-ba-burtstag!
11. Juni 2010Mit dem Liebsten ein wenig hineinfeiern, zum Glück kein Gesang und kein Prickelwasser, sondern Küsse und verrückte Geschenke tauschen, die Müdigkeit lieben, die Hitze weniger, einfach wissen, das Geburtstag haben genau nur so gut ist. Mitternächtlichst die Geburtstagspost öffnen, wissen, weit entfernt sitzen all die Guten und sich wohl fühlen, beim Gedanken an das baldige Wiedersehen.
Mit Freunden den Geburtstag befrühstücken und dabei fühlen, das die Wut, Trauer, Enttäuschung der vergangenen Nächte weniger wird und dem Mitleid weicht. Mit ihnen lachen, Marmeladenfriedhöfe herbei essen, Erdbeeren naschen, Geschichten erzählen, Trauriges, Wütendes, Gutes, Lustiges und die Gemeinsamkeit genießen.
Sich über all dies freuen und trotz der vergangenen Fürchterlichkeiten wissen, dass Geburtsaghaben gut ist, das man Menschen etwas bedeutet und das Gemeinsamkeit und Liebe so viel mehr wert sind, denn all die Tränen.
Weinen
10. Juni 2010darüber, wie unmöglich die Situation sein muss, wird zur Gewohnheit. Spaß macht Leben so weniger. Und 22 werden auch nicht.
6. Juni 2010
An der Schwäche des Anderen zu leiden und zu scheitern, ist die grausamste Art der Folter. Denn man steht dem machtlos gegenüber, kann nur weinen und aushalten, beginnt zu zweifeln an all dem, was da war und dies tut am meisten weh. Schlecht war nicht alles, aber die Bitterheit lässt wenig bestehen. Das schmerzt, mehr als all dies, was dazu geführt hat.
Wochenende
6. Juni 2010Egal wo man ist, was man tut, worüber man sich ärgert oder freut, wichtig ist nur die rechte Gesellschaft, besonders an Wochenenden. Und so ist selbst das Schlimme gut! Gott sei Dank!
5. Juni 2010
Wer sich aus dem moralischen Fenster lehnt, muss sich entweder seiner eigenen Höhe oder zumindest dem Fallschirm auf dem Rücken bewusst sein. Alles andere ist verachtender Leichtsinn.
Glaube, Liebe, Hoffnung
16. Mai 2010Das Gefühl, zu viel zu fühlen, zu viel Glaube, Liebe, Hoffnung, dabei an dieses großartige Kapitel der Grassschen Blechtrommel denken und darüber weinen, denn mit all dem ist es im Moment nicht weit her. Der Schmerz übermannt und kann doch nicht richtig gefühlt werden, den fühlte man wirklich und real, müsste man daran zerbrechen. Irgendwo zwischen all den Handlungen, die man selbst nicht vollzogen hat, die irgendwie fern jeglicher Realtität stattfanden. Das Gefühl in die Welt hineingedrückt zu werden, so tief, dass man bis zu den Knöcheln drin steckt, nicht allein, wegen der zwanzig Kilo Bücher.
Das Ende tut weh, ist schmerzhafter als jedes blutende Knie der Kindheit und man wünscht den Tag des Abstumpfens, wünscht sich, dass Glaube, Liebe, Hoffnung endlich wieder sichtbar schimmern.
Wochenende
9. Mai 2010Es liegt mir nicht, das Betrunken sein. Wie es dazu kam, ist mir selbst unklar, wäre ich doch wenigstens nicht schon 21, sondern jünger, um all dies als jugendlichen Unsinn abzutun. Es schafft mich, in meinem Kopf verschwommene Erinnerungen zu haben.
Noch schlimmer ist wohl nur der Kater. Schon der zweite Tag und immer noch schwimmt mein Körper von Alkohol, so zumindest mein Gefühl. Essen bereitet mir Übelkeit, Aufstehen Schwindel. Man Man.
1. Mai 2010
Zu Fühlen, dass man schwerlich noch fühlt, das die Überforderung zu groß wird, tut weh und erfordert viel Kraft auf die Selbstbesinnung auf die eigene Stärke, die eigenen Möglichkeiten. Manchmal wünschte ich mir noch mal acht zu sein, fern von all den Dingen, die da auf einen einprasseln, wenn man groß ist.
Rodeo und Schall
19. April 2010Was für ein Wochenende! Am Samstag über den Kollwitzmarkt geschlichen, ein wenig in Sorge entdeckt zu werden, zum Glück vom schlafenden Kind gerettet worden. Am Abend mit dem P. im Rodeo getanzt, wie schon lang nicht mehr, jedoch exklusive Pointer, den habe ich mich nicht getraut. Dafür jedoch ob dem Durchhaltevermögen gelobt worden, ein bißchen frech ist das schon, aber dieses Hausmütterchenkarma verlässt mich wohl nie mehr. Dafür ist die unantastbare Sprich-nicht-mit-mir-Aura brüchig, es muss daran geübt werden. Spät in der Nacht nach haus gekommen, den lädierten Rücken gebettet und eine Erleichterung tief in den Knochen gefühlt. Ein paar Stunden geschlafen, aufgestanden, viel Rad mit R. gefahren, dabei den Kopf in die Wolken gehoben, schweifen lassen, die Freiheit der Bewegung gefühlt. Am Abend Tocotronic gesehen, gerockt, für gut befunden, gern gehabt. Und dann die zwei Tage mit indischem Essen ausklingen lassen.
Schlicht der Wahnsinn in zwei Tagen, es gemocht, aber im Kopf ist es noch nicht angekommen.