21.06.2010 von Annett Bonkowski

The Drums

Spätestens seit dem Frühjahr sind The Drums aus New York nicht mehr von der musikalischen Bildfläche wegzudenken. Versüßten sie uns mit ihrer Summertime! EP doch den hässlichen, kalten Winter und riefen bei ihrem Live Debüt auf deutschem Boden kräftig zur aktiven Bewegung auf. Nun legen sie mit ihrem Debütalbum nach und haben uns im Rahmen ihrer Tour beim Stopp in Berlin einige unterhaltsame Minuten Gesprächszeit geschenkt.

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21.06.2010 von Annett Bonkowski

These New Puritans

Zwei Alben, eine Menge Visionen und den unaufhörlichen Drang die eigene musikalische Ader ständig anzupieksen - These New Puritans geben sich, was ihr kreatives Dasein angeht, nicht so einfach mit allem zufrieden. Ihr erfolgreicher Weg führt sie zu allererst einmal durch unendliche Gehirnwindungen, die sich eingehend mit der klanglichen Vorstellung auseinandersetzen. Musik machen ist für die Band Kopfsache, aber diese wird spätestens live durch ihre Impulshaftigkeit wieder ausbalanciert.

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01.06.2010 von Hariklia Woutsas

Let’s kiss and make up

Let's kiss and make up sind eine kleine Gruppe an Leuten, die Berlin offiziell seit dem 01.01.2010 mit Konzerten und DJ-Sets erster Klasse versorgen. Sollte sich jemand demnächst - oder eigentlich auch zu jeglicher Zeit der Welt - mal in die deutsche Hauptstadt verirren, demjenigen sei gesagt: Augen auf und unbedingt die sympathische Atmosphäre der Let's kiss and make up Veranstaltungen miterleben! Es ist Spaß. Es ist Unterhaltung. Es ist innovativ. Es ist Musik. Es ist Berlin!

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29.04.2010 von Annett Bonkowski

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes - auch wenn der Name einen anderen Ursprung hat, so könnte man meinen, dass er gleichzeitig ein Indiz für all die tanzbaren und dynamischen Songs ist, die Laura-Mary Carter und Steve Ansell aus dem englischen Brighton am laufenden Band für uns bereit halten. Zwar ist beim ausgelösten, übermäßigen Bewegungsdrang durch die Musik der Blood Red Shoes Vorsicht geboten, was die Farbe der Fußsohlen und deren Zustand angeht, jedoch sind wir ganz ohne Wehwehchen und mit heilen Sohlen vom Interview mit der einen Hälfte der Band, Steve Ansell, zurück.

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18.04.2010 von Annett Bonkowski

Caribou

Mit "Odessa" hat Daniel Snaith alias Caribou bereits eine erste kleine Kostprobe seines neuen Albums "Swim" vorgelegt, bei der das Sättigungsgefühl selbst nach unzähligen Durchläufen nicht einsetzen will. Im Plauderton bringt Daniel Snaith dann in unserem Gespräch Licht ins Dunkel, was Fragen nach seinen mathematischen und musikalischen Fähigkeiten, aber auch seinem Können auf der Tanzfläche angeht. Des Weiteren haben wir erfahren, warum es von Vorteil ist, nicht auf alles eine Antwort zu haben und was "Swim" nicht nur seinem Namen nach, sondern vor allem was seinen Klang angeht, so flüssig macht.

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15.04.2010 von Benjamin Peter

Frank Turner

Es ist kurz vor Konzertbeginn im Berliner Magnet. Der Club ist ausverkauft und vor der Bühne findet sich eine schubladenübergreifende Menge aus allen möglichen Altersgruppen und wartet auf den Support-Act Jakoo and Jay. Währenddessen sitzen wir ein Stockwerk höher im Backstage-Bereich, um uns mit Frank Turner über seine Musik, seine Helden und fragwürdige Idole der linken Szene zu unterhalten.

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10.04.2010 von Annett Bonkowski

The Soft Pack

The Soft Pack aus San Diego haben sich seit ein paar Jahren voll und ganz der Musik verschrieben und sind eine Namensänderung, mehrere Line Up Wechsel und ein Debütalbum später endlich zufrieden mit sich und können das Tourleben nun in vollen Zügen genießen. Ihr gleichnamiges Album mit im Gepäck und gegen Ende ihrer Europa Tour, treffen wir Matt Lamkin und Brian Hill vor ihrem Konzert in Berlin und lassen uns berichten, welche Stolpersteine es in ihrer Karriere zu überwinden galt, warum Bands wie Phoenix, Bloc Party & Co so sympathische Zeitgenossen sind und warum man Kunst im Allgemeinen nicht erklären muss.

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08.04.2010 von Annett Bonkowski

Erik Penny

Das Reisen scheint stets ein treuer Begleiter der Musikerseele zu sein und schickt diese unaufhörlich von einem Ort zum anderen bis das rastlose Gemüt sich niederlassen möchte. Im Fall von Erik Penny bedurfte es dazu einer weiten Reise, nämlich von Los Angeles nach Berlin. Nun hat der amerikanische Singer-Songwriter in der Hauptstadt seine Zelte aufgeschlagen und mit vielen fleißigen Händen sein neues Album "Bend" aufgenommen. Aus diesem Anlass haben wir uns bei seinem Record Release Konzert im Berliner Privatclub für ein Gespräch mit ihm zusammengesetzt und ihn kurz vor dem Startschuss seiner Tour um ein paar Antworten gebeten.

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26.02.2010 von Annett Bonkowski

Brett Anderson

Seit seinem ersten Soloalbum im Jahr 2007 war Brett Anderson fleißig am Werkeln und schenkte uns rund alle zwölf Monate ein neues Album. Mittlerweile hat er mit "Slow Attack" Album Nummer drei aus dem Hut gezaubert und macht sich bereits über den Nachfolger Gedanken. Im Gespräch redet er offen über anstehende musikalische Richtungswechsel oder äußert sich zum Dilemma des vergangenen Musikjahrzehnts.

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08.02.2010 von Annett Bonkowski

First Aid Kit

Erste Hilfe zu leisten ist Ehrensache. Dass das auch musikalisch geht, wenn die Ohren sich nach etwas Schönem sehnen, beweisen Johanna und Klara Söderberg aus Schweden, die mit jugendlichem Enthusiasmus als First Aid Kit hinaus in die Welt ziehen.

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Jochen Distelmeyer

21.11.2009

Jochen Distelmeyer

Er gilt als schwieriger Gesprächspartner, der ehemalige Sänger Blumfelds. Und so sind wir doch ein bißchen aufgeregt, ihn zu treffen, als wir während des Soundchecks im Postbahnhof auf das Interview warten. Als es dann soweit ist, wird das Gespräch gar nicht schwierig. Jochen antwortet überlegt, manchmal knapp, aber immer das Gefühl vermittelnd, das er gern hier ist und Musik macht. Für ihn und für uns.

Du hast ja schon ein paar Konzerte gespielt, wie waren die?

Super!

Wie nehmen die Leute das neue Album auf?

Die nehmen das sehr gut auf. Feiern. Machen mit. Super, also sehr sehr gut.

Dein Album ist ja schon seit fast zwei Monaten draußen und du hast viele Interviews gegeben. Hast du das Gefühl, dein Album ist bei der Presse auch gut angekommen?

Also ich habe eigentlich grundsätzlich immer das Gefühl, dass das gut aufgenommen wird. Das sehe ich dann an der Nachfrage von Interviews und so, dass da schon sehr großes Interesse besteht. Und ich gehe bei den Gesprächen eigentlich schon immer davon aus, dass die das irgendwie interessiert.

Deine Platte heißt Heavy und die Themen deiner Songs sind auch sehr heavy. Sie haben eine sehr klare und präzise Sprache. Wie wichtig ist dir, dass deine Songs sehr klar sind?

Also grundsätzlich ist mir das sehr wichtig. Ich will Sachen nicht irgendwie künstlich verkomplizieren, aber manche Sachverhalte, manche Themen lassen sich manchmal nur auf eine Art darstellen, die dann vielleicht für andere Missverständnis oder sowas erzeugen können. Aber ich gehe davon aus, dass ich das so klar wie möglich besinge und beschreibe.

Fällt es dir schwer das zu erreichen oder kommt das einfach so?

Das kommt eigentlich so, ich vertrau dem so, wie es sich entwickelt.

In deinen Songs steckt viel von dir. Ich frage mich, ob es nicht manchmal schwer oder auch schmerzhaft ist so persönliche Musik zu machen.

Nee, das Musik machen ist nicht schmerzhaft, dabei. Das ist das Gegenteil von schmerzhaft.

Eher befreiend?

Ja, eher befreiend, heilend. Es fühlt sich einfach gut an. Natürlich gibt es bestimmte Erfahrungen, die man macht, die schmerzhaft sind und dann in Folge dessen Songs werden. Manchmal gibt es aber auch Songs, die vorher da sind und irgendwann später bewahrheiten die sich auf eine andere Art und Weise.

Zum Beispiel?

Eigentlich ganz viele Stücke, wo ich dann eine Ahnung hatte: Ah, jetzt habe ich da etwas formuliert oder zusammengekriegt, das mich in der Zeit davor bewegt hat. Und Jahre später beim live spielen stellt man dann fest: das trifft ja auf eine Situation, wie sie jetzt ist, auch zu.

In Interviews hast du gesagt, dass für dich von Anfang an klar war, dass du nach der Auflösung von Blumfeld wieder Musikmachen möchtest. Trotzdem hast du dir eine Zwangspause verordnet. Warum?

(überlegt) Wenn man die ganze Zeit einen Acker, ein Stück Land mit derselben Sache bewirtschaftet, braucht der Boden eine Zeit, in der er sich regenerieren kann. Das trifft es jetzt nicht so genau, aber das geht in die Richtung dessen, was für mich wichtig war, weshalb ich dachte, ich will mal so ein paar Monte, so zwei, drei nicht gleich wieder in Musik leben. Also gar nicht Songs schreiben oder machen, sondern die Tage zu leben. Ohne, dass ich das bewusst mache, bin ich dann immer sehr offen, aufmerksam für alles Mögliche, habe keine Filter. Dann kann das aber auch sein, dass man dann nicht für das Leben lebt oder für das Jetzt, in dem man lebt. Und das ist am Ende des Tages nicht so gesund, das ist nicht so gut für das Lebendig sein. Und ich wollte auch gucken, ob es auch ohne geht, ob ich mich auch ohne vollständig fühle.

Aber das ging ja nicht so lange ohne. Du hast ja ziemlich schnell wieder angefangen.

Ja, ich war nicht diszipliniert genug, dass nicht zu machen.

Dann war es ja doch ein sehr großes Bedürfnis.

Ja, weil die Stücke so da waren. Weil ich sofort merkte: Aha, alles klar! Das geht jetzt nicht, das ist zu künstlich, das kann man nicht abstellen. Also ich kann das nicht.

Wirst du bei den vielen Interviews, die du gegeben hast, eher als der ehemalige Kopf von Blumfeld wahrgenommen oder ist das abgeschlossen und du bist nur noch Jochen Distelmeyer, der Solokünstler? Wie empfindest du das?

Ich glaube, irgendwas dazwischen. Es gibt immer noch viele Interviewer, die noch mal nachfragen, wie das genau war mit der Auflösung, warum und so weiter. Da gab es für viele offensichtlich noch Klärungsbedarf, obwohl ich dazu ja auch schon vor zweieinhalb, drei Jahren Interviews gegeben habe. Aber das immer damit verbunden, dass sie schon wahrnehmen, dass das jetzt eine eigenständige Sache ist, das dies schon darauf aufbaut, aber schon mein Ding jetzt ist.

Ist dir das wichtig, dass du jetzt als Solokünstler bekannt bist und nicht nur als Jochen von Blumfeld?

Also ich habe damit keine Probleme, denn das ist für mich ja eine unheimlich wichtige, schöne und prägende Zeit, eine sehr lange Zeit gewesen. Sechzehn Jahre. Und ich habe nicht gesagt ich mache jetzt solo weiter oder unter meinem Eigennamen um mich dort von irgendetwas abzugrenzen. Ich bin schon vorher als Blumfeldtyp, als Jochen wahrgenommen worden. Und das geht jetzt mit der Platte glaube ich so los, dass das selbstverständlicher wird, dass das jetzt Jochen Distelmeyer ist.

Du hast mit den gleichen Musikern die Platte aufgenommen, die jetzt auch live dabei sind. War das ein Auswahlkriterium für dich?

Ja das fand ich gut. Die Idee war, als ich die Stücke fertig hatte, eine Band zusammenzustellen, mit der ich das sowohl im Studio aufnehmen kann, als auch live unterwegs zu sein.

War das dein einziges Auswahlkriterium? Ich war ganz erstaunt, dass Henning Watkinson vom Jeans Team dabei ist.

 Also Hennig kannte ich schon von Früher. Der war bei einer der Verbotenen Früchte Tourneen dabei, er hat mir bei den Gitarren geholfen, hat dann bei zwei Stücken Gitarre mitgespielt. Dann hatten wir uns ein bißchen aus den Augen verloren und als ich dann einen Gitarristen suchte, dachte ich, warum nicht Henning fragen, mal gucken was der so macht. Aber das waren so die Hauptkriterien, ich wollte mit denen die Stücke aufnehmen und mir vorstellen können, mit den unterwegs zu sein.

Und kam für dich gar nicht in Frage allein unterwegs zu sein oder deine Platte allein aufzunehmen?

Nö. Also ich hatte so eine Ahnung, dass die Stücke das auch wollten oder brauchten, dass man das mit einer vollen Bandbesetzung spielt.

Du spielst live auch alte Songs, verlangt denn das Publikum danach, hast du das Gefühl, das sie das gern wollen?

Ich glaube ja. Also bisher habe ich nur gehabt, dass denen das gefällt, das wir ältere Stücke von mir spielen. Gibt natürlich hier und da Zwischenrufe von Leuten, die sich was wünschen, dass wir nicht spielen an so einem Abend, aber wir sind ja noch ein paar Monate weiter auf Tournee.

Kommen denn immer noch die gleichen Leute zu deinen Konzerten?

Es ist grundsätzlich so, dass es auch Leute sind, die schon zu Blumfeld-Zeiten zu Konzerten gekommen sind. Und das war eigentlich auch bei Blumfeld schon so, dass von Platte zu Platte auch neues Publikum mit dazugekommen ist. Das ist gewachsen. Das ist bei den Shows, die wir bisher gespielt haben auch so, dass man merkt, da sind Leute, die das noch gar nicht kennen und das erst durch Heavy kennen gelernt haben.

Interview: Johanna Weidauer, Foto: Hella Wittenberg

http://www.jochendistelmeyer.de/

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